Die Wohlfahrt des Volkes (25/2009)

Die Wohlfahrt des Volkes (25/2009)

Sonntag, 14. Juni 2009
Bundeswehrboy
Kunstkennerin
Milchmann
Schauspielerin
Sonderschüler
Wirt

„Die Wohlfahrt des Volkes muss alleroberste Priorität besitzen. Alle Macht geht vom Volke aus“, spricht der Wirt und stellt der Kunstkennerin ein Glas Weißwein auf den Tisch. Diese meint: „Und wie soll das Volk die Macht ausüben, sich wehren, herrschen, wenn die Obrigkeit die Gesetzte macht? Wenn die Obrigkeit das Volk überwacht? Von der Geburt bis in der Sarg. Tag und Nacht. Mit Taschenmesser? Alles andere ist doch verboten. Einhandmesser, Messer mit Klingenlängen größer 12cm und Schusswaffen und was weiß ich was. Auch wenn es Ausnahmen gibt. Und bei denen, die Waffen tragen, darf man sich teilweise wundern, ob die uns helfen und schützen oder aber einschüchtern wollen. Wohin hat sich die Freiheit eigentlich verkrochen? Wo versteckt sie sich? Wer hat sie verscheucht?“ „Naja, bei den meisten Straftaten, bei denen Waffen verwendet werden, sind dies fast immer Messer. In 70% der Fälle, soweit ich weiß. Oft das gute alte Küchenmesser. Dagegen helfen Waffenverbote nichts. Absurd.“ „Naja, da könnte man ein ganzes Buch füllen, mit Beispielen, für sinnlose Gesetze. Manchmal sind sie sogar gut gemeint, laufen aber vollauf ins Leere. Das ist ab und an nur noch lächerlich.“ „Und wenn alle Waffen verboten sind, selbst alle Gebrauchs- und Arbeitsmesser, alle Äxte, auch alle Feuerwehräxte, jedes Messer, welches zum Durchtrennen von Gurten nach Unfällen bei der Bergung der Opfer beziehungsweise Rettung von Verletzten verwendet wird, jedes Pfefferspray und weiß Gott was, dann nimmt man eben einen Stein.“ „Und wenn alle Steine ins Meer geworfen wurden, werden eben Autobremsen und Aufzüge manipuliert oder Gift in Trinkgläser gekippt. Und wenn das auch nicht mehr möglich ist, nimmt man die bloße Hand. So einfach ist dies. Und manche Blicke können auch töten.“ „Und es soll auch Menschen geben, die andere einfach volllabern bis sie tot umfallen.“ „Und was ist mit unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge? Und wenn jemand vor einen Zug gestoßen wird? Wie will man das denn verhindern? Ich denke, dass es besser wäre, Menschen so zu erziehen, dass sie ihre Konflikte kommunikativ einer Lösung zuführen“, meint die Kunstkennerin, „wobei die Politik und ihre Faust aus Stahl kein Vorbild ist. Überwachung und Zensur sind jedenfalls Kennzeichen von Unrechtsstaaten. Verfolgung, Ausgrenzung, Diskriminierung – alles nichts Neues.“


Während das Bild gähnt geht die große Tür auf. Der Bundeswehrboy tritt ein. Milchmann: „Du bist heute aber spät dran!“ „Wann ich komme hängt immer vom Verkehr ab.“ Die Schauspielerin lacht. „Hallo mein Lieber. Schön, dass du da bist. Du schneist hier herein und schon sinkt das Niveau dahin, wo wir uns am allerbesten auskennen.“ „Mich würde auch interessieren, warum du so spät dran bist. Erzähl doch mal“, fordert die Kunstkennerin mit einem gekünstelten Lächeln auf ihren Lippen. „Ich musste ausschlafen. Bin tagsüber müde, weil ich nachts ein Superheld bin. Kein schöner Job, aber jemand muss ihn tun.“ Schauspielerin: „Was war eigentlich mit der SPD los? Da wird einem Angst und Bange, wenn man bedenkt, welch wichtige Wahlen dieses Jahr noch auf uns zukommen.“ Wirt: „Man darf das kein Debakel nennen. Man muss die gute Seite sehen. Wenn es so weiter geht haben alle SPD-Wähler demnächst die Möglichkeit, sich alle persönlich zu kennen. Weil es so wenige sind. Das ist doch auch etwas. Wie gesagt, solange das Volk entscheidet was das Beste ist, und sich dabei tatsächlich für das Beste, was es leider nicht gibt, entscheidet, sollte alles in Butter sein. Zumindest in der Theorie.“

Fortsetzung folgt.
© politecke

15.6.09 00:10

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Angie / Website (17.6.09 23:01)
Mit Überwachung und Zensur müssen wir wirklich ganz doll aufpassen!
Die SPD vergrault ein paar Wähler allein schon mit solchen Sachen wie dem Ruf nach Wahlpflicht, so sehe ich das. Das ist gegen jede Freiheit und Demokratie. Wenn sie mich dazu zwingen würden, würde ich sie nicht mehr wählen.
Diskriminierung steigt in unserem Staat. Ich kann davon ein Lied singen. Die Menschen, denen ich begegne meinen, weil ich rethorisch (nach Unfällen) eine absolute Null bin, wäre ich vom anderen Stern oder gar eine Lügnerin.
Da frage ich mich, was müssen wir tun. Da helfen uns auch keine Politiker. Und für mich ist das auch der Grund für bestimmte Geschehnisse, die zu Straftaten geführt haben, die wir alle am Liebsten noch heute vergessen möchten.
LG
Angie

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